„Rückwürfe sind unmoralische Ressourcenverschwendung“

Veröffentlicht am 02.03.2011, 15:40 Uhr     Druckversion

Brüssel/Kiel: Weltweit etwa 7,3 Millionen Tonnen ungewollt mitgefangene Fische werden jährlich als Abfall wieder über Bord geworfen. Während beim Fischen mancher Arten kaum Beifang anfällt, stellt dieser bei anderen Fischarten über 70 Prozent der Gesamtfangmenge dar.„Aus meiner Sicht sind diese Rückwürfe eine höchst unmoralische Ressourcenverschwendung – und vergeuden außerdem die Arbeit der Fischer. Die schrittweise Einführung eines Rückwurfverbotes ist deshalb unumgänglich“, davon zeigt sich die schleswig-holsteinische Europaabgeordnete Ulrike Rodust überzeugt. Die fischereipolitische Koordinatorin der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament nahm am Dienstag an einem hochrangigen Treffen mit Vertretern des Rechnungshofes und der europäischen Fischereiministerien teil, zu dem die Kommission im Rahmen der anstehenden Reform der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik eingeladen hatte.

Rodusts Fazit aus diesem Treffen: „Die Versuche, dem Problem allein mit „technischen Maßnahmen“ beizukommen sind gescheitert. Intelligentes Fischereimanagement darf nicht das verwalten, was angelandet wird, sondern muss sich mit dem auseinandersetzen, was tatsächlich gefangen wird.“

Das derzeitige Fischereimanagement der EU enthält zu viele Anreize für Fischer große Mengen Fisch zurückzuwerfen. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Gründe: Das ist einerseits das finanzielle Interesse der Fischereiindustrie, möglichst wertvollen Fisch anzulanden. Dem hat die EU durch das so genannte „High-Grading“-Verbot versucht Einhalt zu gebieten. Dieses untersagt den Rückwurf von marktfähigen aber wirtschaftlich uninteressanteren Fischen in die Nordsee. Andererseits sind auch ordnungsbedingte Gründe für Rückwürfe verantwortlich: So dürfen Fischer solche Fische, für die sie keine Quote haben nicht anlanden, sondern müssen sie zurückwerfen. „Angesichts zahlreicher überfischter Bestände bei gleichzeitiger steigender Nachfrage nach Fisch ist das ein Zustand, der dringend zu ändern ist“, so Rodust.

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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